Biennale di Venezia 2011

Es lohnt sich, in den verwinkelten Gassen Venedigs dem Pfeil New Zealand zu folgen. Gar unerwartet eröffnet sich überfütterten Biennalebesuchern eine wohltuende Oase. Sei es, weil aus einem filigran verzierten roten Flügel von einer jungen Musikerin Klaviermusik ertönt, sei es, weil ein Blick auf den Canal Grande zum Wasser hin ein wuchtiges anderes Musikexponat enthüllt. Im Garten dahinter steht das schwarze Gegenstück, gut bewacht. Die klugen wie schönen Arbeiten von Michael Parekowhai sind weit mehr als Kunststücke: Begriffe wie soziale Plastiken vielleicht oder performative Anordnungen greifen hier zu kurz, treffen die poetische Situation kaum.
Eine Familie, die den Palazzo offensichtlich bewohnt, macht sich mit ihren vielen Koffern auf den Weg – Sie hält inne, um nach den perlenden Klängen von Chopin ihre Reise nach irgendwo fortzusetzen. Was für uns ein überraschendes, herzliches Welcome war ist für sie ein fröhliches Farewell.

Unbedingt hingehen!

New Zealand

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admin am Juli 18th 2011 in Feuilleton

Der Traum vom Fliegen

Ob wir ins Flugzeug oder auf Türme steigen, Geschichten lauschen oder kopfüber in einem Rad hängen : Die Erinnerung rückt ein Stück näher: Sei es in Form eines Schamanenkostüms oder eines Schleudersitzes: Gemächlich reist die Realität quer mit uns durchs Bild . Hier und jetzt in der Wolkenkulisse des Hauses der Kulturen in Berlin. Eine gelungene Ausstellung – Ein alter Menschheitstraum.

Der Traum vom Fliegen / Haus der Kulturen der Welt – Berlin

Wolkenfahrt

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admin am Mai 15th 2011 in Allgemein

Titanwurz –oder the „Freakshow“ am Karfreitag

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Die Webacms, Nachrichten und das lauwarme Wetter trieben die Menschen zu Basel kurz vor Ostern nachts, rund um die Uhr auf den Petersplatz. Dort standen sie geduldig an, entrichteten einen Obulus, um in den botanischen Garten der Universität eintreten zu können. Da wurde gewerweisst, wie es wohl riechen würde. Es wurden T-Shirts „Basel stinkt anders“ kommentiert. Manch vergnüglicher Witz lag in der Luft. Ein Pilgern zu einem neuen Weltwunder hatte begonnen. Etwas wirklich sehen, was man noch nie gesehen hatte und vielleicht nie wieder sehen würde? Nichts wie hin! Nach langem Warten zeigten sich die ersten erleuchteten Gewächshäuser. Offene Türen. Tropische Landschaften im Kunstlicht. Nachtvögel die lockend pfiffen. Drückende feuchte Hitze. Verlangsamter Atem: Das war besser, als jeder Fernsehabend oder Kinofilm. Wer war je zu dieser Zeit im Botanischen Garten gewesen? Beschaulich konnte man mit all den andern durch die Glashäuser, die grüne Hölle wandeln. Das war der eigentliche Höhepunkt des Abends, bis dass abgezählt wurde: Nur zwanzig durften in den nächsten Raum, Anfassen und Blitzen verboten, nach zwei Minuten bitte zum Ausgang!
Ja, da war er, inszeniert, gut ausgeleuchtet, verspiegelt, umgeben von Händen, die ihre Handys und Kameras empor reckten. Eine Riesenpflanze vor Publikum. Nein nicht mehr Knut oder noch Taj Mahal oder Matterhorn – Nur für ein Paar Tage der blühende Titanwurz von Basel: Ein Superstar
Todmüde und glücklich fuhren wir heim: Der Spaziergang durch die Tropenhäuser mit den MitbewohnerInnen von Basel wird unvergesslich bleiben. Den Titanwurz? Der kann getrost vergessen werden. Irgendwo auf der Welt wird wieder einer blühen. Bis dann werden die Jahre ins Land gehen.

Website des Botanischen Gartens Basel

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Andrea am April 26th 2011 in Allgemein

En passant auf dem Rosa-Luxenburg-Platz Berlin

revolution

Hätte es sein können, dass sie angesprochen würden, eindringlich gefragt würden, ob sie denn Teil einer Gruppe werden wollen, die die Revolution plant? Und? Hätten Sie ja gesagt?

Glob Squad: Revolution now: http://www.gobsquad.com/

Die Volksbühne öffnet ihren Hintereingang für einen kurzen Augenblick: Drinnen und draussen lösen sich für magische Momente auf. Das Publikum wir zu einem rasenden Rockgitarrenmob, der medial aufgedonnert das Ganze vor die Türe auf den Platz übermittelt. Der ist gespenstisch dunkel und leer. Aber nein, ein schüchternes Paar schlendert vorbei. Alexis und Mathilde. Touristen, Passanten, zwei scheue, verstockte Franzosen. Sie überbringen mit Hilfe eines Übersetzers aus dem Publikum Versatzbrocken einer sehr einsam radikal reduzierten Revolution aus dem Land der Nouvelle Vague. Eine Poesie des Momentes wird Revolution. Eine die sich nicht alleine veranstalten lässt, denkt man beklommen in den Tagen des Umbruchs im Magreb. Television sei Dank, werden essentielle Statements vom Platz nach innen ins Publikum übertragen.
Schluss: Zwei Passanten auf der grossen leeren Bühne mit einer Glitzerfahne der Disco Nation Nowhere in der Hand zeigen eine winzige Revolution, die davon handelt: Human und nicht gleichgültig dabeizusein und mitzutun: Mathilde und Alexis, nicht mehr und nicht weniger.

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Andrea am März 3rd 2011 in Allgemein

Der Bär ist los.

Pünktlich ein Tag vor seinen etwas “eingerosteten” Kumpanen Vogel Gryff, Leu und Wilder Mann tanzte der Bär wieder am 12. Januar im Kleinbasel.

Bärengesellschaft

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Andrea am Januar 13th 2011 in Allgemein