Monatsarchiv für März 2011

En passant auf dem Rosa-Luxenburg-Platz Berlin

revolution

Hätte es sein können, dass sie angesprochen würden, eindringlich gefragt würden, ob sie denn Teil einer Gruppe werden wollen, die die Revolution plant? Und? Hätten Sie ja gesagt?

Glob Squad: Revolution now: http://www.gobsquad.com/

Die Volksbühne öffnet ihren Hintereingang für einen kurzen Augenblick: Drinnen und draussen lösen sich für magische Momente auf. Das Publikum wir zu einem rasenden Rockgitarrenmob, der medial aufgedonnert das Ganze vor die Türe auf den Platz übermittelt. Der ist gespenstisch dunkel und leer. Aber nein, ein schüchternes Paar schlendert vorbei. Alexis und Mathilde. Touristen, Passanten, zwei scheue, verstockte Franzosen. Sie überbringen mit Hilfe eines Übersetzers aus dem Publikum Versatzbrocken einer sehr einsam radikal reduzierten Revolution aus dem Land der Nouvelle Vague. Eine Poesie des Momentes wird Revolution. Eine die sich nicht alleine veranstalten lässt, denkt man beklommen in den Tagen des Umbruchs im Magreb. Television sei Dank, werden essentielle Statements vom Platz nach innen ins Publikum übertragen.
Schluss: Zwei Passanten auf der grossen leeren Bühne mit einer Glitzerfahne der Disco Nation Nowhere in der Hand zeigen eine winzige Revolution, die davon handelt: Human und nicht gleichgültig dabeizusein und mitzutun: Mathilde und Alexis, nicht mehr und nicht weniger.

Kommentare deaktiviert

Andrea am 03. März 2011 in Allgemein