Monatsarchiv für April 2011

Titanwurz –oder the „Freakshow“ am Karfreitag

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Die Webacms, Nachrichten und das lauwarme Wetter trieben die Menschen zu Basel kurz vor Ostern nachts, rund um die Uhr auf den Petersplatz. Dort standen sie geduldig an, entrichteten einen Obulus, um in den botanischen Garten der Universität eintreten zu können. Da wurde gewerweisst, wie es wohl riechen würde. Es wurden T-Shirts „Basel stinkt anders“ kommentiert. Manch vergnüglicher Witz lag in der Luft. Ein Pilgern zu einem neuen Weltwunder hatte begonnen. Etwas wirklich sehen, was man noch nie gesehen hatte und vielleicht nie wieder sehen würde? Nichts wie hin! Nach langem Warten zeigten sich die ersten erleuchteten Gewächshäuser. Offene Türen. Tropische Landschaften im Kunstlicht. Nachtvögel die lockend pfiffen. Drückende feuchte Hitze. Verlangsamter Atem: Das war besser, als jeder Fernsehabend oder Kinofilm. Wer war je zu dieser Zeit im Botanischen Garten gewesen? Beschaulich konnte man mit all den andern durch die Glashäuser, die grüne Hölle wandeln. Das war der eigentliche Höhepunkt des Abends, bis dass abgezählt wurde: Nur zwanzig durften in den nächsten Raum, Anfassen und Blitzen verboten, nach zwei Minuten bitte zum Ausgang!
Ja, da war er, inszeniert, gut ausgeleuchtet, verspiegelt, umgeben von Händen, die ihre Handys und Kameras empor reckten. Eine Riesenpflanze vor Publikum. Nein nicht mehr Knut oder noch Taj Mahal oder Matterhorn – Nur für ein Paar Tage der blühende Titanwurz von Basel: Ein Superstar
Todmüde und glücklich fuhren wir heim: Der Spaziergang durch die Tropenhäuser mit den MitbewohnerInnen von Basel wird unvergesslich bleiben. Den Titanwurz? Der kann getrost vergessen werden. Irgendwo auf der Welt wird wieder einer blühen. Bis dann werden die Jahre ins Land gehen.

Website des Botanischen Gartens Basel

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Andrea am 26. April 2011 in Allgemein